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Guillain-Barré-Syndrom



Häufigkeit


Legende

chronische Erkrankungen:akute Erkrankungen:
sehr verbreitet> 10 %> 25 %
häufig> 2 %> 5 %
mäßig häufig> 0,4 %> 1 %
ziemlich selten> 0,1 %> 0,2 %
selten> 0,02 %> 0,04 %

(Akutes) Guillain-Barré-Syndrom (akute idiopathische Polyradikuloneuritis, AIDP): Rasch einsetzende, vermutlich autoimmun bedingte Nervenwurzel- und Nervenentzündung. Sie verläuft zwar langwierig und teils lebensbedrohlich, langfristig kommt es aber meist zu einer weitgehenden oder sogar vollständigen Rückbildung der Symptome. Das Guillain-Barré-Syndrom wird gedanklich meist mit Impfungen verknüpft. Studien ergaben aber, dass die Rate der am Guillain-Barré-Syndrom-Erkrankten bei geimpften Personen nicht höher ist als bei ungeimpften.

Leitbeschwerden

  • Beginnt oft mit Rücken- und Gliederschmerzen sowie schmerzhaften Missempfindungen
  • Dann innerhalb von Stunden bis Tagen zunehmende Lähmungen, oft von den Oberschenkeln zum Rumpf aufsteigend.

Die Erkrankung

Beim Guillain-Barré-Syndrom kommt es, wahrscheinlich ausgelöst durch Infektionen, zu einer Autoimmunreaktion gegen Nervenwurzeln und Nerven: Die „fehlgeprägten“ Abwehrzellen und die von ihnen produzierten Abwehrstoffe im Blut greifen vor allem die Markscheiden der Nervenwurzeln und Nerven an und beeinträchtigen dadurch deren Signalweiterleitung.

Das Guillain-Barré-Syndrom beginnt oft mit Schmerzen in Beinen und Rücken, die häufig als „Ischias“ fehlgedeutet werden. Es folgen Lähmungen, die sich, manchmal innerhalb von Stunden, meist aber innerhalb von Tagen bis höchstens vier Wochen, ausbreiten und jederzeit stillstehen, aber auch den gesamten Körper erfassen können. Die Lähmungen bleiben 2–4 Wochen, selten länger, auf ihrem Höchststand und bilden sich dann langsam von selbst wieder zurück.

Das macht der Arzt

Bei Verdacht auf Guillain-Barré-Syndrom muss der Betroffene ins Krankenhaus. Da nicht vorhersehbar ist, wie weit sich die Erkrankung ausbreiten wird (es drohen eine lebensbedrohliche Lähmung der Atemmuskulatur und Herzrhythmusstörungen), werden die Vitalfunktionen (Puls, Blutdruck und Atemfrequenz) überprüft, indem der Patient an einen Monitor angeschlossen wird.

Schreitet die Erkrankung weiter fort, wird eine Plasmapherese (Plasmaaustausch), eine Form der Blutwäsche, vorgenommen.

Die psychische Belastung für die Betroffenen ist enorm: Sie erleben die fortschreitenden Lähmungen bei vollem Bewusstsein. Schwer Erkrankte sind praktisch bewegungsunfähig, müssen künstlich ernährt und beatmet werden und benötigen sogar (zeitweise) einen Herzschrittmacher. Gelingt es aber, diese kritische Zeit zu überbrücken, sind die Aussichten gut: 70 % der Patienten genesen vollständig. Die Rückbildung kann allerdings Monate dauern, oft ist ein langer Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik unvermeidlich.

Weiterführende Informationen

  • www.gbsinfo.de – Deutsche GBS Initiative e. V., Mönchengladbach: Informative Internetseite mit medizinischen Informationen, Erfahrungsberichten, weiterführenden Links und Adressen. Die Deutsche GBS Initiative e. V. besteht bundesweit aus mehreren Landesverbänden, Regionalverbänden und Ortsverbänden.
  • www.gbs-shg.de – Bundesverband Deutsche GBS-Vereinigung e. V., Sinsheim: Zwar eher wenig medizinische Informationen, aber bundesweit organisierte Selbsthilfegruppe.

Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. Nicole Menche, Dr. med Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am 24.10.2019 um 16:00


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